Sa. 03. | 20:15 | Waldheims Walzer - VERSCHOBEN! - Ersatztermine folgen | spielraum
Regie: Ruth Beckermann, AT 2018, 96 min 

Ein Film über Lüge und Wahrheit. Über „alternative Fakten“. Über individuelles und kollektives Bewusstsein.

„Waldheim nein, Waldheim nein!“ skandiert eine Menschenmenge 1986 im Zentrum von Wien. Ruth Beckermann war eine der AktivistInnen, die die Wahl des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim zum österreichischen Bundespräsidenten verhindern wollten und begab sich mit Kamera und Mikrophon hinein in die Abgründe der österreichischen Seele. Mehr als 30 Jahre später analysiert sie mit ihren eigenen Bildern und mit einer Fülle an Archivmaterial diesen Wendepunkt der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Die Lücken in seiner Kriegsbiographie und die konsequente Auslassung unangenehmer Wahrheiten führten Waldheim mitten hinein in ein Lügennetz, in dem er sich aussichtslos verstrickte. Je deutlicher die Vorwürfe des Jüdischen Weltkongresses zu einer Sensibilisierung der Weltöffentlichkeit führte, desto erfolgreicher erwies sich in Österreich die Mobilisierung eines dumpfen Wir-Gefühls mit antisemitischen Untertönen.

Trotz der Tatsache, dass eine ganze Generation die Wahrheit kannte, war Österreich bis dahin so geschickt wie erfolgreich, sich selbst und der Welt vorzutäuschen, es sei das erste Opfer der Nazis gewesen. Diese Lebenslüge, die in Sonntagsreden, Büchern und Heimatfilmen jahrzehntelang reproduziert worden war, brach nun in sich zusammen. 30 Jahre liegen diese Ereignisse zurück und sind beklemmend aktuell.

Auszeichnung: Berlinale 2018 – Glashütte Original Dokumentarfilmpreis
Regie: Ruth Beckermann, AT 2018, 93 min




€ 6.00 | 7.50 | 8.50 | Verantaltung verschoben - nähere Infos f
zurück / ...
 
Eintrittspreise
Kategorie 1: ermäßigt für Schüler, Lehrlinge, Studenten, …
Kategorie 2: ermäßigt für Mitglieder
Kategorie 3: normaler Eintritt